Verkehrserziehung

Im Rahmen unseres Projektes „Fit im Straßenverkehr" erlernen unsere Vorschulkinder sicheres Verhalten auf dem Schulweg und erwerben einen Fußgängerführerschein. Tatiana Atamanenko, Berufspraktikantin in unserer Einrichtung, hat im Rahmen ihrer Abschlussarbeit ein Interview mit dem Verkehrssicherheitsbeauftragten der Stadt Bonn geführt.

Olaf Krüger, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Stadt Bonn, steht Rede und Antwort.

Guten Tag Herr Krüger, schön dass Sie sich für uns heute Zeit nehmen. Bevor wir zu den Fragen bezüglich der Verkehrssicherheit kommen, stellen Sie sich doch bitte einmal vor:

"Hallo, mein Name ist Olaf Krüger und ich bin 54 Jahre alt. Ich bin seit 1985 Polizeibeamter und seit 1990 als Polizeibeamter in Bonn tätig. Im Laufe meines polizeilichen Werdegangs habe ich in vielen Tätigkeitsfeldern des Polizeidienstes gearbeitet (Bereitschaftspolizei, Streifendienst, diversen Sonderdienststellen, Kriminalpolizei). Seit dem 01.10.2020 bin ich als Verkehrssicherheitsberater des Polizeipräsidiums Bonn tätig."

Haben Sie Veränderungen im Verhalten der Kinder in Ihrer Dienstzeit als Verkehrssicherheitsbeamter festgestellt?

"Ja, mir ist aufgefallen, dass sich die Motorik der Kinder verschlechtert hat. In der heutigen Zeit haben viele Kinder Spaß, sich mit diversen Elektrogeräten und Unterhaltungselektronik zu beschäftigen. Dadurch leidet meiner Meinung nach die Motorik."

Wie können Eltern dazu beitragen, ihre Kinder für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu rüsten?

"Die Eltern sind in aller Regel die wichtigsten Bezugspersonen für die Kinder. Es ist Aufgabe der Eltern, ihre Kinder für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten. Das kann schon sehr früh beginnen. Selbst wenn ich ein dreijähriges Kind auf dem Arm trage, kann ich dem Kind beim Überqueren der Fahrbahn erklären, was ich gerade tue. Dann hört das Kind jedes Mal was ich mache und was ich prüfe, bevor ich die Fahrbahn überquere.

  • 'Ich bleibe vor dem Stopp-Schild stehen, ich schaue zu beiden Seiten, ob sich Fahrzeuge nähern. Wenn die Fahrbahn frei ist, kann ich auf kurzem Weg zügig die Fahrbahn überqueren!' oder
  • 'Ich bleibe vor dem Stopp-Schild stehen, ich schaue zu beiden Seiten, ob sich Fahrzeuge nähern. Dahinten kommt zwar ein Fahrzeug, das ist aber so weit entfernt, dass es für mich nicht gefährlich werden kann. Auf der anderen Seite kommt kein Fahrzeug, also kann ich zügig die Fahrbahn überqueren.'

Es ist sehr wichtig, den Kindern ein positives Vorbild zu sein und immer wieder zu üben, damit sich das gewünschte Verhalten nach Möglichkeit automatisiert. Lassen Sie sich Zeit: Lieber etwas später ankommen als gar nicht!"

Können den Kindern auch außerhalb des Straßenverkehrs die Regeln bewusst gemacht werden?

"Natürlich kann man Kindern theoretisch und kindgerecht die Regeln im Straßenverkehr erklären. Diese Erklärungen können aber nicht das wiederholte, praktische Üben ersetzen. Als Verkehrssicherheitsberater der Polizei Bonn haben wir diverse Filme und Hinweise im Internet zu den Themen der sicheren Teilnahme im Straßenverkehr eingestellt, z. B. 'Wie überquere ich sicher eine Straße'. Diese zeigen dann bildlich und kindgerecht die Grundsatzregeln der sicheren Teilnahme im Straßenverkehr."

Welche Ratschläge können Sie Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten bezüglich der Verkehrserziehung geben?

"Gehen Sie als Erzieherinnen und Erzieher mit den Kindern regelmäßig hinaus in die Umgebung des Kindergartens und üben Sie hierbei im Straßenverkehr. 'Jede Übung bringt das Kind weiter, wenn auch nur ein kleines Stück!' Benutzen Sie dabei dieselben Begriffe wie die Eltern."